BAS verurteilt die Diskriminierung „asiatisch gelesener“ und chinesischer Studierender aufgrund des Coronavirus

IAmNotAVirus #IchbinkeinVirus

Der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) fordert Aufklärung und angemessene Vorsichtsmaßnahmen statt Panikmache und überzogenem Aktionismus. Die Hochschulen sollten sich nicht in die Reihen der Sensations- und Skandalpresse stellen, die die Panik nur anheizt.

Asiatisch gelesene Studierende werden gemieden oder als „Corona“ beschimpft, stigmatisierende Zettel liegen in Briefkästen und hängen an der Wohnheimtür. Immer mehr Fälle von Ausgrenzung, Anfeindungen und Beschimpfungen werden an Hochschulen bekannt. Die Hochschule für Gestaltung Offenbach lädt Austauschstudierende aus China aus und gießt Öl in die teilweise in Rassismus umschlagende Stimmung. Immer mehr Fälle von Diskriminierung auch seitens der Hochschulen gegenüber chinesischen Studierenden werden bekannt. Der BAS ist erschüttert, wie an Orten der Forschung und Wissenschaft, die sich „weltoffen“ nennen, das Mittelalter einziehen kann.

„Natürlich“, so Fabian de Planque, Vorstandsmitglied des BAS, „müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden und jede*r Erkrankte an diesem Virus ist eine*r zu viel. Doch angesichts über 25.000 Toter in Deutschland durch die Grippewelle 2017/18 stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit der Mittel.“ Denkt die Hochschule für Gestaltung Offenbach bei einer solchen Zahl von Toten und wesentlich mehr Infizierten in Deutschland über die Abschaffung des Wintersemesters nach oder stellt sie während der Grippewelle die Entsendung von Studierenden ins Ausland ein oder verlangt einen Impfnachweis?

Realität ist jedoch, dass es an vielen Hochschulen keine so einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen wie Händedesinfektionsspender gibt. Wo es sie gibt, ist nicht sicher, ob sie – aus finanziellen Gründen – regelmäßig nachgefüllt werden.

Das Robert-Koch-Institut hat die Empfehlung: „Wie vor Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.“

Der BAS fordert effiziente und nachhaltige Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller Hochschulangehörigen. Die Stigmatisierung bestimmter Gruppen von Studierenden, die sich dann auch durch die Politik der Hochschulen Anfeindungen und Rassismus ausgesetzt sehen, muss unterbleiben.

Der BAS begrüßt Erklärungen wie die der Hochschule Koblenz oder des Präsidiums der Universität Frankfurt, die „aufs Schärfste Diskriminierungen und Vorurteile, die sich auf Herkunft und Staatsangehörigkeit von Menschen beziehen“, verurteilen. Ebenso unterstützt der BAS die Solidaritätsbekundungen der Universität Jena mit u.a. chinesischen Studierenden, die ihre Mitarbeiter*innen zur Abwehr jedes rassistischen Verhaltens aufruft. Auch in diesem Zusammenhang schließt der BAS sich der Hochschule Koblenz an: „Vorsichtig zu sein ist vernünftig. Aber allen Asiatinnen und Asiaten zu unterstellen, das Virus zu tragen, dieses zu übertragen und somit unter Generalverdacht zu stellen, ist nicht akzeptabel!“

Andere Hochschulen, der DAAD und die HRK sollten sich solchen Erklärungen anschließen, statt in Abwehrstellung zu gehen und pauschal vor China zu warnen.

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