Sächsische Hochschulen künftig durch ausländische Studierende finanziert

Sachsen: Die Leipziger Hochschule für Musik und Theater (HMT) macht vor, was andere Hochschulen Sachsens demnächst nachahmen können: durch Studiengebühren nur für ausländische Studierende soll eine Grundfinanzierung der Hochschule erreicht werden.

„Dies ist ein Dammbruch in der Frage der Hochschulfinanzierung. Wesentliche Teile der Hochschule werden nicht mehr durch die öffentliche Hand, sondern durch wohlhabende Studierende finanziert. Dies soll wohl den kompletten Rückzug des Staates aus der Finanzierung vorbereiten“, so Johannes Glembek, Geschäftsführer des Bundesverbands ausländischer Studierender (BAS).

„Klar ist, dass Studierende künftig nur noch nach Sachsen kommen werden, wenn sie genügend Geld haben. Die Hochschulen werden ihre Studierenden nicht mehr nach Qualität, sondern nach der Größe des Vermögens auswählen. Zukünftig werden nicht mehr gute Studierende Abschlüsse machen, sondern reiche“ ergänzt Peixin Xian, Sprecherin des Bundesverbands. „Diese Entwicklung des deutschen Bildungssystems wird auch im Ausland genau verfolgt – der Ruf der bislang hoch geschätzten Abschlüsse leidet. Das ist schlecht für die von der Kanzlerin ausgerufene ‚Bildungsrepublik Deutschland‘“.

In Sachsen dürfen von ausländischen Studierenden Studiengebühren erhoben werden, die Hochschule für Musik und Theater in Leipzig wird ab Herbst 1800 Euro je Semester von allen außereuropäischen Studierenden erheben. Deutschland zieht bislang viele Studierende aus dem Ausland an. Trotz des Nachteils der nicht internationalen Sprache gegenüber den angloamerikanischen Ländern studieren viele junge Menschen gerne in der Bundesrepublik, weil gute Studierende auch aus ärmeren Ländern und Familien Zugang zum Studium erhielten, die Qualität der Abschlüsse geschätzt wurde und ein Studium bislang als finanzierbar galt.

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