Zinsfreie Kredite sind keine Lösung der Probleme ausländischer Studierender

Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) lehnt die 650 Euro Überbrückungskredite als völlig lebensfremd ab, ausländische Studierende sind #notwelcomeinGermany

“Illegal arbeiten müssen statt studieren, um seine Schulden zurückzahlen zu können”, das heißt in letzter Konsequenz das Programm von Ministerin Karliczek und der meisten Landesministerien, so Nadia Galina, hochschulpolitische Referentin des BAS. Sie weist darauf hin, dass viele ausländische Studierende ihre Jobs verloren haben. Wenn sie in Zukunft doch noch eine Stelle finden werden, sind diese Studierenden ausländerrechtlich zeitlich stark beschränkt. In der Zeit, in der sie arbeiten dürfen, können sie gar nicht so viel Geld verdienen, um die Schulden zurückzahlen zu können, die sie jetzt durch Darlehen aufnehmen müssen. Ein zinsloses Darlehn durch einen Studienkredit, wie ihn das BMBF anbietet lehnt der BAS daher grundsätzlich ab. Praktisch brechen im Moment bereits viele Studierende ihr Studium aufgrund der finanziellen Not ab, neue Schuldenmöglichkeiten im Juni, sofern aufenthaltsrechtlich überhaupt möglich, kommen viel zu spät.

Die Aufstockung der Nothilfefonds über die Studierendenwerke wird sehr schnell ausgehen, ähnlich wie eine erste Nothilfe des Landes Hessen: “Ausverkauft” nach zwei Stunden. Der Betrag entspricht in keinster Weise dem Bedarf, der sich bisher schon aufgrund des Nichtstuns der Bundesregierung und der GroKo angestaut hat.

Zeit zum Studium, sofern die jetzige Phase überstanden werden konnte, wird ausländischen Studierenden zukünftig dann noch weniger bleiben, das Studium wird sich mit noch mehr Erwerbsarbeit weiter verzögern. Das kostet sie wiederum noch mehr Geld. Viele Studierende werden in einen Teufelskreis geraten, der mittelfristig zum Studienabbruch führen wird.

“Die Ministerin, die auf katastrophale Notlagen erst gar nicht reagiert, und dann offensichtlich völlig unzureichende, ideologisch verbrämte “Lösungen” präsentiert, ist im Amt einer Wissenschaftsministerin nicht tragbar”, so Kumar Ashish, Sprecher des Bundesverbands ausländischer Studierender.

Als Resümee zieht der BAS, dass ausländische Studierende, die noch vor kurzer Zeit als Fachkräfte angeworben wurden, nicht willkommen sind in Deutschland. Die verlogenen Anwerbekampagnen à la #makeitingermany von Bundesregierung und DAAD haben Menschen nach Deutschland geholt, die jetzt in der Not im Stich gelassen werden.
International students are #notwelcomeinGermany .

Der BAS fordert von der Politik ein massives Umdenken: Zusätzlich müssen alle Mittel, die für Marketing und Werbekampagnen im In- und Ausland für die Anwerbung ausländischer Studierender und Doktorand*innen ausgegeben werden, müssen in Zuschüsse und Soforthilfen umgewandelt werden.

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