Die Landesstudierendenvertretung Baden-Württemberg (LaStuVe), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (GEW), die Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg, der World University Service (WUS), der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) sowie weitere Organisationen fordern die sofortige Abschaffung der Studiengebühren für internationale Studierende und Zweitstudierende in Baden-Württemberg. Die neue Landesregierung sowie der Landtag von Baden-Württemberg sind aufgefordert, die Studiengebühren für internationale Studierende aus Nicht-EU-Staaten und die Zweitstudiengebühren unverzüglich abzuschaffen.

In einem heute veröffentlichten offenen Brief kritisieren die Unterzeichnenden, dass Baden-Württemberg weiterhin das einzige Bundesland Deutschlands ist, das flächendeckend Studiengebühren für internationale Studierende erhebt. Die Gebühren in Höhe von 1.500 Euro pro Semester hätten nachweislich zu einem erheblichen Rückgang internationaler Studierender geführt und schadeten damit dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. „Wer internationale Fachkräfte gewinnen will, darf ihnen nicht gleichzeitig finanzielle Hürden in den Weg stellen“, erklären die Unterzeichnenden. Die Studiengebühren stünden im Widerspruch zu den Bemühungen des Landes, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Hochschulen international attraktiver zu machen. Der offene Brief verweist auf empirische Daten, wonach die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger aus Nicht-EU-Staaten unmittelbar nach Einführung der Gebühren deutlich zurückging. Während die Zahl internationaler Studierender bundesweit in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, verzeichnete Baden-Württemberg als einziges Bundesland einen Rückgang.

Neben den wirtschaftlichen Folgen kritisieren die Verbände auch die soziale und menschenrechtliche Dimension der Gebühren. Bildung darf nicht vom Pass oder von der Herkunft abhängen. Die Gebühren wirken diskriminierend und erschweren insbesondere Studierenden aus Ländern mit niedrigeren Einkommen den Zugang zu Hochschulbildung.

Auch die Zweitstudiengebühren sind nicht mehr zeitgemäß. Sie stellen eine Hürde für lebenslanges Lernen, berufliche Neuorientierung und zusätzliche Qualifikationen dar und verschärften insbesondere den Fachkräftemangel in gesellschaftlich wichtigen Bereichen.

Die Unterzeichnenden fordern daher:

  • die sofortige Abschaffung der Studiengebühren für internationale Studierende,
  • die vollständige Abschaffung der Zweitstudiengebühren,
  • eine auskömmliche Finanzierung der Hochschulen,
  • den Ausbau von Unterstützungs- und Integrationsangeboten für internationale Studierende sowie
  • eine umfassende Internationalisierungsstrategie für die Hochschulen des Landes.