Integrationsmaßnahmen auf wackligen Beinen

Viel erreicht – viel geht verloren

Im heutigen Pressegespräch des DAAD und des Auswärtigen Amtes wurden mit der Vorstellung einer Studie Fortschritte bei der Integration ausländischer Studierender, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betont. Der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) begrüßt Verbesserungen, mahnt aber dauerhafte Strukturen und weitere Maßnahmen an und befürchtet Rückschritte.

„In den letzten Jahren hat sich vornehmlich durch Arbeit und Finanzierung des DAAD und des Auswärtigen Amtes viel für ausländische Studierende verbessert. Wichtige dezentrale Maßnahmen werden an den Hochschulen über finanzielle Mittel ermöglicht, die diese Institutionen bereitstellen“, äußert sich Johannes Glembek, Geschäftsführer des BAS. „Trotzdem dürfen diese Erfolgsmeldungen nicht darüber hinweg täuschen, dass viele Maßnahmen strukturell auf brüchigen Beinen stehen. Der Bund drückt sich davor, dass Maßnahmen dauerhaft finanziert werden. So wird laufend gute Arbeit über Projekte angestoßen, eine Sicherung über dauerhafte Finanzierung der guten Maßnahmen findet jedoch nicht statt. So ist es in Zeiten der Unterfinanzierung der Hochschulen jeder Hochschule selbst überlassen, ob sie sich Maßnahmen zur Integration und Studienerfolgsverbesserung ausländischer Studierender überhaupt noch leisten kann und will. In der Praxis brechen somit viele fortschrittliche und innovative Maßnahmen wieder weg, sobald die Finanzierung über Bundesmittel endet. Dies ist in diesem Jahr erst massiv durch das Ende des Programms zur Förderung der Integration ausländischer Studierender (PROFIN) wieder der Fall gewesen – und Ersatz gibt es nicht. So stehen die meisten Integrationsmaßnehmen grundsätzlich auf sehr wackligen Beinen“, so Glembek.

Laut Studie des DAAD sehen 77% der ausländischen Studierenden Bedarf am Ausbau der Beratungsangebote. Diese Zahl sollte den Verantwortlichen im Bund und den Ländern klar machen, dass es nicht reicht, sich auf dem bisher erreichten auszuruhen. Die Hochschulen müssen umfassend in die Lage versetzt werden, die Angebote bereit zu stellen und auszubauen.

Der Bundesverband ausländischer Studierender fordert eine dauerhafte Finanzierung von Mindeststandards bei Integration, Orientierung, Betreuung und Beratung von ausländischen Studierenden an Hochschulen. Durch die Abänderung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern kann dies bei der Ausfinanzierung der Hochschulen künftig geändert werden.



		

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